Stundenverrechnungssatzin 2 min berechnen

Der Stundenverrechnungssatz ist der Preis, den du für eine Arbeitsstunde auf die Rechnung schreibst, netto. Verrechnest du nach Aufwand, heißt er Regiestundensatz. Er muss den Lohn, alle Kosten deines Betriebs und deinen Gewinn tragen, und zwar nur über die Stunden, die du wirklich abrechnest.

So rechnest du ihn: Lohn im Monat geteilt durch die produktiven Stunden, plus Lohnnebenkosten, plus Gemeinkosten pro produktive Stunde, dann der Gewinnaufschlag obendrauf. Für Privatkunden kommt die Umsatzsteuer dazu. Unten steht ein Beispiel. Überschreibe es mit deinen Zahlen.

Deine Zahlen

Wessen Stunde rechnest du?

Beim Mitarbeiter fängst du beim Stundenlohn an und legst drauf, was die Stunde sonst kostet. Bei dir selbst fängst du bei dem Netto an, das am Monatsende ankommen soll: die Rechnung für Soloselbstständige.

€/h

Der Lohn im Vertrag, brutto. Ohne Lohnnebenkosten. Rechne das 13. und 14. Gehalt mit ein: nimm das Bruttojahresgehalt geteilt durch die bezahlten Stunden im Jahr.

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Davon die Stunden, die auf einer Rechnung landen. Ohne Urlaub, Krankheit, Fahrten, Werkstattzeit.

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Fahrzeug, Werkstatt, Büro, Werkzeug, Betriebshaftpflicht. Die Summe aus deiner Buchhaltung, wir teilen sie auf die produktiven Stunden.

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Alle Stunden, die dein Betrieb im Monat abrechnet, von allen zusammen. Auf sie verteilen wir die Gemeinkosten.

Gemeinkosten Posten für Posten zusammenrechnen

Trag ein, was du im Monat zahlst, mit Miete, Energie, Leasing und Sprit. Wir zählen alles zusammen und setzen die Summe oben ein.

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Was nach allen Kosten übrig bleibt.

Dein Stundenverrechnungssatz€ 65,02Netto, ohne Umsatzsteuer.

Die 5 teuersten Kalkulationsfehler im Handwerk

  1. Zu viele produktive Stunden

    Der teuerste Fehler, und fast jeder macht ihn. Ein Geselle in Vollzeit wird für rund 167 Stunden im Monat bezahlt. Abgerechnet werden 100 bis 125, das sind 1.200 bis 1.500 im Jahr. Urlaub, Feiertage, Krankheit, Fahrten und Werkstattzeit gehen ab. Wer den Lohn auf die bezahlten Stunden umlegt statt auf die abgerechneten, rechnet seinen Stundensatz rund 30 Prozent zu klein.

  2. Gemeinkosten geschätzt statt gerechnet

    Fahrzeuge, Werkstatt, Büro, Software, Versicherungen, Steuerberater: oft mehrere tausend Euro im Monat, die nirgends im Stundensatz stehen. Das Beispiel oben rechnet mit € 2.160 im Monat. Nimm die Summe aus deiner Buchhaltung, auf die produktiven Stunden teilen wir sie. Raten kostet dich hier jeden Monat Geld.

  3. Werkzeug und Maschinen tauchen nicht auf

    € 3.000 bis 8.000 im Jahr für Werkzeug, Maschinen und Ersatz sind in einem kleinen Betrieb normal, je nach Gewerk auch mehr. Wenn sie nicht in den Gemeinkosten stecken, zahlst du sie aus dem Gewinn.

  4. Kein Gewinnaufschlag

    Erst mal Aufträge bekommen heißt: zum Selbstkostenpreis arbeiten. Dann trägt kein Gewährleistungsfall, kein Ausfall und keine Investition. 10 bis 20 Prozent sind ein Puffer, mit dem ein Betrieb arbeiten kann.

  5. Der Stundensatz steht seit Jahren

    Löhne und Energie steigen, dein Satz nicht. Bei 4 Prozent Kostensteigerung im Jahr liegt ein zwei Jahre alter Stundensatz rund 8 Prozent unter den neuen Kosten. Rechne ihn einmal im Jahr neu.

Häufige Fragen

Was gehört in den Stundensatz?
Für einen Mitarbeiter sind es vier Blöcke: der Lohn für die Stunde, die beim Kunden ankommt, die Lohnnebenkosten, die Gemeinkosten und der Aufschlag für Wagnis und Gewinn. Lässt du einen weg, arbeitest du ihn umsonst mit. Der erste Block ist nicht dein Stundenlohn: du zahlst ihn für jede bezahlte Stunde, abrechnen kannst du nur einen Teil davon, und genau diese Umlage rechnen wir oben für dich. Material gehört nicht in den Stundensatz, das rechnest du als eigene Position. Für deine eigene Arbeit sind es drei: die Lohnnebenkosten fallen weg, deine Steuern und Abgaben trägst du selbst ein.
Wie berechne ich den Stundenverrechnungssatz?
In vier Schritten. Bruttostundenlohn mal bezahlte Stunden ist der Lohn im Monat, und der geteilt durch die produktiven Stunden ist der Lohn pro produktive Stunde. Darauf kommen die Lohnnebenkosten als Prozentsatz, dann die Gemeinkosten des Monats, geteilt durch die produktiven Stunden deines Betriebs: das sind deine Kosten pro Stunde. Zuletzt legst du den Gewinnaufschlag auf diese Kosten. Was herauskommt, ist dein Stundenverrechnungssatz, netto. Oben rechnen wir jeden Schritt mit einem Beispiel vor, und jede Zahl kannst du überschreiben.
Was kostet eine Handwerkerstunde in Österreich?
Einen amtlichen Durchschnitt gibt es nicht, auch nicht für die Regiestunde, und der Satz eines anderen Betriebs deckt nicht deine Kosten. Der Stundensatz hängt an deinem Lohn, deinen produktiven Stunden und deinen Gemeinkosten, und die unterscheiden sich nach Betrieb, Gewerk und Bundesland. Rechne zuerst deinen eigenen Satz aus. Den Vergleich mit anderen nimmst du danach als Kontrolle: Liegst du deutlich darunter, fehlt meistens ein Kostenblock, oder du rechnest mit zu vielen produktiven Stunden.
Ist der Stundensatz mit oder ohne Mehrwertsteuer?
Ohne. Der Stundenverrechnungssatz ist netto, und so kalkulierst du auch. Für Privatkunden kommen 20 Prozent Umsatzsteuer nach § 10 Umsatzsteuergesetz dazu, und ihnen nennst du den Preis mit Steuer. Oben steht er unter deinem Ergebnis. Arbeitest du für einen Betrieb, der selbst Bauleistungen erbringt oder damit beauftragt ist, geht die Steuerschuld nach § 19 Abs. 1a Umsatzsteuergesetz auf ihn über, und deine Rechnung geht ohne Steuer raus.
Was sind produktive Stunden, und wie viele sind es?
Produktive Stunden sind die, die auf einer Rechnung landen. Bezahlt wird mehr: Bei 38,5 Stunden die Woche sind es rund 167 im Monat. Davon gehen ab: Urlaub, nach dem Urlaubsgesetz fünf Wochen im Jahr, die gesetzlichen Feiertage, Krankenstand, dazu Fahrten, Rüstzeit und Werkstatt. Zähl die abgerechneten Stunden aus den Stundenaufzeichnungen des letzten Jahres, teile sie durch 12 und trage sie oben ein.
Was gehört in die Lohnnebenkosten?
Trage einen Prozentsatz vom Bruttolohn ein, und zwar alles zusammen: Die Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung liegen allein bei rund 18,5 Prozent, dazu kommen der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, der Zuschlag dazu und die Kommunalsteuer. Zusammen sind es rund 29,5 Prozent. Urlaub und Krankheit gehören nicht hierher. Die stecken schon darin, dass du den Lohn für alle bezahlten Stunden auf die abgerechneten umlegst, und ein zweites Mal wären sie doppelt. Betriebshaftpflicht und Fahrzeugversicherung gehören in die Gemeinkosten. Für Selbstständige ohne Dienstgeberbeiträge fällt der Block ganz weg. Ein Geschäftsführer einer GmbH ist angestellt: stell oben auf Mitarbeiterstunde um.
Wie hoch sollte der Gewinnaufschlag sein?
Einen gesetzlichen Satz gibt es nicht, du legst ihn selbst fest. Im Handwerk heißt er oft Wagnis und Gewinn, und genau dafür ist er da: Gewährleistung, Ausfälle, Investitionen und die Baustelle, die länger dauert als kalkuliert. 10 bis 20 Prozent auf die Kosten sind ein Puffer, mit dem ein Betrieb arbeiten kann. Mit 0 Prozent arbeitest du zum Selbstkostenpreis, und jeder Fehler in der Kalkulation geht von deinem eigenen Geld ab.
Was ist der Unterschied zwischen Stundenlohn und Stundenverrechnungssatz?
Der Stundenlohn ist, was dein Mitarbeiter für eine bezahlte Stunde bekommt, brutto. Der Stundenverrechnungssatz ist, was dein Kunde für eine produktive Stunde zahlt, netto. Dazwischen liegen die Lohnnebenkosten, die bezahlten Stunden, die auf keiner Rechnung landen, die Gemeinkosten und der Gewinnaufschlag. Wer den Lohn nimmt und etwas draufschlägt, legt bei jeder Stunde drauf, ohne es zu merken.
Ich will € 4.000 netto im Monat. Was muss ich die Stunde nehmen?
Stell oben auf Selbstständig um. Du trägst ein, was im Monat bei dir ankommen soll, deine Steuern und Abgaben und die Stunden, die du im Monat wirklich abrechnest. Daraus rechnen wir dein nötiges Brutto im Monat, teilen es durch deine Stunden und legen Gemeinkosten und Gewinnaufschlag darauf. Steuern und Abgaben gibst du selbst an: Einkommensteuer und deine Beiträge an die SVS sind bei jedem anders, wir rechnen keinen Steuertarif für dich.
Was sage ich, wenn der Kunde den Stundensatz zu teuer findet?
Zeig ihm, was in der Stunde steckt, statt nachzulassen. Ein Kunde vergleicht deinen Satz mit dem Lohn, den er kennt, und sieht weder Lohnnebenkosten noch Fahrzeug, Werkzeug und Versicherung. Ändere lieber den Umfang als den Preis: weniger Leistung, anderes Material, ein anderer Termin. Lässt du doch nach, dann beim Gewinnaufschlag und mit Absicht, nie bei den Kosten. Ein Auftrag unter deinen Kosten ist einer, bei dem du draufzahlst.

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