Exklusive Umfrage · 767 Betriebe · Deutschland

Das Handwerk
sagt Nein
zur Entlastungsprämie.

Die Bundesregierung will Arbeitnehmer mit einer freiwilligen Entlastungsprämie von bis zu 1.000 € entlasten — gezahlt von den Betrieben. plancraft hat 767 Handwerksbetriebe gefragt, was sie davon halten. Das Urteil ist eindeutig.

767
Betriebe befragt
35+
Gewerke vertreten
Apr 2026
Erhebungszeitraum
DE
Bundesweit
der Betriebe zahlen nicht aus
54%
Befund 01 · Auszahlung

Mehr als jeder zweite Betrieb lehnt die Auszahlung rundweg ab.

Nur 14 % der befragten Handwerksbetriebe planen, die Entlastungsprämie auszuzahlen — ganz oder teilweise. 33 % sind noch unentschieden, und eine klare Mehrheit von 54 % sagt: Nein, wir zahlen nicht. Damit wird aus der „freiwilligen Arbeitgeberprämie“ in der Praxis eine freiwillige Nicht-Prämie.

Frage 1

Plant dein Betrieb, die Entlastungsprämie auszuzahlen?

Nein (412)
Noch unentschieden (250)
Ja, die volle Summe (78)
Ja, Teilbetrag (27)
93%
halten das Konzept für falsch oder problematisch
Befund 02 · Bewertung

Ein fast einstimmiges Urteil aus dem Handwerk.

Nur 7 % der Betriebe halten die freiwillige Prämie grundsätzlich für sinnvoll. 63 % sagen klar: der Staat soll direkt entlasten, nicht die Verantwortung auf Arbeitgeber abwälzen.

Weitere 30 % halten das Modell für problematisch, weil es Ungleichheit zwischen Betrieben schafft — zwischen denen, die zahlen können, und denen, die es nicht können.

O-Töne

„Schönrederei. Sinnlos.“

Der Tenor ist so hart wie selten. Eine Auswahl:

Wälzt sowas nicht auf die Betriebe ab. Entlastet die Bürger selbst.

Dachdecker · 30–39 MA

Wer die Party schmeißt, sollte auch die Rechnung zahlen.

Fliesenleger · 1–4 MA

Völliger Schwachsinn und blinder Aktionismus. Die Entlastung sollte dauerhaft auf andere Weise, z. B. Steuerentlastung, erfolgen.

Dachdecker · 5–9 MA

Hier wurde nur ein Problem an kleine Betriebe weitergegeben. Als zusätzliche Möglichkeit wäre das gut — so leider sinnlos.

Innenausbau · 1–4 MA

Woher sollen kleine Betriebe die zusätzlichen 1.000 € hernehmen, da sie genauso mit den Preissteigerungen kämpfen?

GaLaBau · 1–4 MA

Am falschen Punkt angesetzt. Lieber Lohnnebenkosten senken und/oder steuerfreie Überstunden ermöglichen.

GaLaBau · 5–9 MA
Befund 03 · Aufschlüsselung nach Gewerk

Kein Gewerk stimmt der Prämie zu.

Ob Maler, Dachdecker, Zimmerer oder Elektriker — quer durch alle Gewerke verweigert die Mehrheit die Auszahlung. Am härtesten fällt das Urteil bei den Generalunternehmern aus.

M
Maler
n = 192
58%
zahlen nicht
D
Dachdecker
n = 88
57%
zahlen nicht
B
Bauunternehmen
n = 86
41%
zahlen nicht
Z
Zimmerer
n = 82
56%
zahlen nicht
G
GaLaBau
n = 38
53%
zahlen nicht
E
Elektriker
n = 35
54%
zahlen nicht
T
Tischler
n = 35
63%
zahlen nicht
F
Fliesenleger
n = 31
52%
zahlen nicht
S
SHK
n = 18
33%
zahlen nicht
I
Innenausbau
n = 17
59%
zahlen nicht
M
Metallbau
n = 16
44%
zahlen nicht
G
Generalunternehmen
n = 15
73%
zahlen nicht

Anteil Betriebe, die die Prämie nicht auszahlen. Balken: Nein · Unentschieden · Ja

Befund 04 · Was wirklich helfen würde

Das Handwerk hat eine klare Gegenagenda.

Gefragt, was dem eigenen Betrieb mehr helfen würde als eine freiwillige Arbeitgeberprämie, zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Es geht nicht um Einmalzahlungen. Es geht um strukturelle Entlastung.

01
Steuerliche Entlastung
32 %
02
Senkung der Lohnnebenkosten
29 %
03
Direkte staatliche Zahlung an Arbeitnehmer
20 %
04
Bürokratieabbau
14 %
05
Energiekostenzuschüsse
3 %

Methode & Transparenz

Diese Umfrage wurde im April 2026 unter aktiven Nutzerinnen und Nutzern der plancraft-Software durchgeführt — Inhaberinnen und Inhaber deutscher Handwerksbetriebe. Die Rückmeldungen wurden anonymisiert ausgewertet.

Feldzeit
April 2026
Stichprobe
767 deutsche Handwerksbetriebe
Betriebsgrößen
1–4 MA (382) · 5–9 (232) · 10–19 (113) · 20+ (40)
Gewerke
35+ Gewerke — u. a. Maler, Dachdecker, Zimmerer, Tischler, Bauunternehmen, GaLaBau, SHK, Elektrik, Fliesenleger, Metallbau, Innenausbau
Erhebungsform
Online-Fragebogen (5 Fragen, 1 Freitext)
Auftraggeber
plancraft GmbH, Hamburg

Das Handwerk
redet. Wer hört zu?

Pressematerial, Original-Datensatz und Interviewtermine mit dem plancraft-Team auf Anfrage. Grafiken in druckfähiger Auflösung verfügbar.