Die Bundesregierung will Arbeitnehmer mit einer freiwilligen Entlastungsprämie von bis zu 1.000 € entlasten — gezahlt von den Betrieben. plancraft hat 767 Handwerksbetriebe gefragt, was sie davon halten. Das Urteil ist eindeutig.
Nur 14 % der befragten Handwerksbetriebe planen, die Entlastungsprämie auszuzahlen — ganz oder teilweise. 33 % sind noch unentschieden, und eine klare Mehrheit von 54 % sagt: Nein, wir zahlen nicht. Damit wird aus der „freiwilligen Arbeitgeberprämie“ in der Praxis eine freiwillige Nicht-Prämie.
Nur 7 % der Betriebe halten die freiwillige Prämie grundsätzlich für sinnvoll. 63 % sagen klar: der Staat soll direkt entlasten, nicht die Verantwortung auf Arbeitgeber abwälzen.
Weitere 30 % halten das Modell für problematisch, weil es Ungleichheit zwischen Betrieben schafft — zwischen denen, die zahlen können, und denen, die es nicht können.
Der Tenor ist so hart wie selten. Eine Auswahl:
Wälzt sowas nicht auf die Betriebe ab. Entlastet die Bürger selbst.
Wer die Party schmeißt, sollte auch die Rechnung zahlen.
Völliger Schwachsinn und blinder Aktionismus. Die Entlastung sollte dauerhaft auf andere Weise, z. B. Steuerentlastung, erfolgen.
Hier wurde nur ein Problem an kleine Betriebe weitergegeben. Als zusätzliche Möglichkeit wäre das gut — so leider sinnlos.
Woher sollen kleine Betriebe die zusätzlichen 1.000 € hernehmen, da sie genauso mit den Preissteigerungen kämpfen?
Am falschen Punkt angesetzt. Lieber Lohnnebenkosten senken und/oder steuerfreie Überstunden ermöglichen.
Ob Maler, Dachdecker, Zimmerer oder Elektriker — quer durch alle Gewerke verweigert die Mehrheit die Auszahlung. Am härtesten fällt das Urteil bei den Generalunternehmern aus.
Anteil Betriebe, die die Prämie nicht auszahlen. Balken: Nein · Unentschieden · Ja
Gefragt, was dem eigenen Betrieb mehr helfen würde als eine freiwillige Arbeitgeberprämie, zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Es geht nicht um Einmalzahlungen. Es geht um strukturelle Entlastung.
Diese Umfrage wurde im April 2026 unter aktiven Nutzerinnen und Nutzern der plancraft-Software durchgeführt — Inhaberinnen und Inhaber deutscher Handwerksbetriebe. Die Rückmeldungen wurden anonymisiert ausgewertet.
Pressematerial, Original-Datensatz und Interviewtermine mit dem plancraft-Team auf Anfrage. Grafiken in druckfähiger Auflösung verfügbar.